Die parasitäre Republik

Die solidarische Neid-Republik

Solidarität vs Parasitismus

 

 

Kein Begriff wird im Land der Erbsenzähler so häufig daher geplappert wie das Wort „Solidarität“. Und immer wenn in Deutschland von Solidarität geschwafelt wird, sind die anderen gemeint: „man muss da etwas tun“. Letztlich geht es darum, Geld in die Hand zu nehmen und Solidarität zu kaufen. Bis weit in die sechziger Jahre gab es in Kirchen oft den Wackelmohr, in dem man Geld werfen konnte, was den Negern zu Gute kommen sollte (oder auch nicht). Der Wackelmohr wackelte nach dem Münzeinwurf putzig mit dem Kopf. Der Spender konnte sich über so viel sichtbare Dankbarkeit freuen und hatte ein gutes Gewissen – weil er so solidarisch mit den Negern war. Inzwischen sind Begriffe wie Mohr und Neger von guten Menschen als Rassismus definiert, an dem Prinzip des „Guten-Gewissens-Kauf“ hat sich nichts geändert. Solidarität ist durch Geldzuwendungen abgegolten, und alles ist gut. Das charmante an der Praxis ist, dass die Solidarität auch dann abgegolten ist, wenn andere zahlen, z.B. der Staat. Darauf, dass sich der das Geld von den Steuerzahlern zurückholt, muss man erst einmal kommen, denn dazu braucht es Intelligenz.

 

Dieses Spielchen mit dem Mohren funktioniert nicht nur mit Negern. Man muss nicht erst nach Schwarzafrika. Es gab einmal auch in Deutschland Zeiten, wo sich jeder für jeden auf eine völlig ungezwungene oder ungekünstelte Weise verantwortlich fühlte. Wenn man z.B. auf einen Blinden traf, der eine Strasse überqueren wollte, half man ihm. Es war einfach normale Selbstverständlichkeit - und niemand fand das diskriminierend. Irgendwann beschlossen gute Menschen und Politiker, dass gelebte Solidarität unerwünscht ist und dass Solidarität geregelt und in Geld gemessen werden muss. Es wurden, um bei dem Beispiel mit den Blinden zu bleiben, Milliarden verballert, um blindengerechte Strassenüberquerungsprogramme aufzulegen. Das Signal dabei war, dass Blinde dadurch unabhängig werden und auf Solidarität nicht mehr angewiesen sind. Die Gesellschaft hatte sich frei gekauft.

 

Letztlich funktionierte das Spiel überall, denn die Idee ist genauso genial wie bequem: der Staat zieht Geld ein und verteilt es, der Bürger ist die Verantwortung für sich selbst und seine Umgebung los. Bezahlte Solidarität als perverses und perfides Spiel! Und es funktioniert besonders im Land der Erbsenzähler und Oberbedenkenträger perfekt. Der Preis oder Gewinn – je nach Sichtweise - ist eine zersplitterte und zutiefst unsolidarische Gesellschaft. Deutschland besteht aus einer Vielzahl Gruppen, die für sich das Maximum herausholen wollen und fundamentalistisch darüber wachen, dass die anderen schlechter da stehen. Da kämpfen:

 

  • Frauen und Behinderte gegen Normale
  • Alte gegen Junge
  • Schwule gegen Heteros
  • Moslems gegen Christen und Juden
  • Katholiken gegen Protestanten
  • Linke und Gutmenschen gegen Andersdenkende
  • Alleinerziehende gegen Familien
  • Bindungsunfähige Psychopathen und bevölkerungspolitische Blindgänger gegen Familiensplittingbevorzugte
  • Radfahrer gegen Autofahrer
  • Bürger gegen Politiker und Bürokraten
  • Juden gegen Nichtjuden
  • Alle gegen die Polizei
  • jeder gegen jeden

 

Das einzige, was die deutsche Gesellschaft vereint, ist der pathologische Neid auf andere. Während es in vielen anderen Nationen eine gemeinschaftsstiftende nationale Identität gibt, sind die Deutschen von einer Nation der „Dichter und Denker“ zu einer Horde geschichtsloser, verblödeter, gutmenschelnder, fundamentalistischer und erbsenzählender Neidhammel verkommen.

 

 

Vielleicht wäre es einmal eine Überlegung wert, was Solidarität ist. Im richtigen Leben gibt es zwei Arten der Solidarität:

 

  1. Parasitismus:

 

Der Parasit lebt von seinem Wirtstier, das Wirtstier wird geschädigt, letztlich erkrankt es und stirbt. Parasiten des Menschen im engeren Sinne sind z.B. Fußpilz, Läuse oder Bandwürmer. Der Mensch wird niemals mit seinen Parasiten solidarisch sein, sofern er nicht lebensmüde ist. Dass der Parasit nicht solidarisch mit seinem Wirt ist, liegt in der Natur. Das würde z.B. beim Fußpilz Intelligenz und Verantwortungsbewusstsein voraussetzen. Der Wirt lebt besser ohne den Parasiten, der Parasit kann ohne Wirt nicht leben.

 

  1. Symbiose:

 

Dabei leben zwei Lebewesen zusammen, die beide voneinander profitieren, z.B. der Nashornvogel, der dem Nashorn die Parasiten aus dem Fell pickt und dafür vom Nashorn ernährt wird. Ohne den Vogel würde das Nashorn erkranken, ohne das Nashorn der Vogel verhungern, beide profitieren von einander. Man könnte sagen, sie sind solidarisch.

 

Sogar die Soziologie, die dem politischen Zeitgeist unterliegt und von guten Menschen gerne willkürlich verbogen und missbraucht wird, beschreibt Solidarität im Wesentlichen als „Haltung einer Verbundenheit mit anderen.“ Egal wie man sich dem Thema Solidarität nähert, man wird kaum darüber streiten, dass es in Deutschland keine „Haltung einer Verbundenheit mit anderen“ gibt. Das mögen gute Menschen in ihrer Überheblichkeit und ihrem Fundamentalismus anders sehen, jedenfalls solange sie von sich reden.

 

Das, was in der Neidrepublik Deutschland als Solidarität bezeichnet wird, ist organisierter Parasitismus.

 

Die Selbstverständlichkeit auf Kosten anderer zu leben, ohne dafür eine Gegenleistung zu bringen, ist nicht nur unnatürlich im Sinne der Naturwissenschaft, sie ist auch menschenunwürdig. Dass der Homo germanicus es trotzdem ganz normal findet, auf Kosten anderer zu leben, wirft ein übles Licht auf das Land der Dichter und Denker. Auch der Harz IVler hat Fähigkeiten, sich einzubringen statt den ganzen Tag rauchend und saufend vor den omnipräsenten TV-Shows zu verblöden und zu degenerieren. Was spricht dagegen, sich gesellschaftlich zu engagieren, statt zuhause nur herum zu sitzen? Dass Politik und Sozialverbände dieses menschenunwürdige Leben auch noch mit Anspruchsdenken und Neidreflexen fördern, ist pervers und verantwortungslos – am meisten sogar gegenüber den Schwachen, denen man letztlich vermittelt: „Ihr seid eh zu nix nutze“. Andererseits leben bestimmte Organisationen davon, die monetäre "Solidarität" weiter aufzublähen.

 

Was bei dieser Solidaritätsphilosophie ausgeblendet wird ist die Tatsache, dass man Menschlichkeit und Gefühle nicht kaufen kann. Eine Prostituierte bietet für Geld Sex, aber keine Gefühle. Eltern können zwar ihren Kindern alle Wünsche kaufen, aber sie geben weder darüber Liebe noch bekommen sie die von ihren Kindern zurück. Das Pflegeheim pflegt (sauber / satt) aber gibt keine Menschlichkeit oder Gefühle weil das einfach unmöglich ist – auch nicht über noch teurere Pflege. Genauso wenig kann man Bildung kaufen, denn auch die funktioniert nur über menschliche Bindungen, und schon gar nicht kann man aus denselben Gründen mit Geld Menschen in die Gesellschaft integrieren, seien es Arme, Flüchtlinge, Behinderte und Frauen.

 

Dass diese Art der Solidarität letztlich unfinanzierbar ist liegt auf der Hand, genau so wie die Tatsache, dass diese Gesellschaft auf Kosten der nächsten Generationen lebt: „Soll uns doch der Teufel holen, Hauptsache wir sind für nichts verantwortlich.“ Die Rechnung wird nicht aufgehen, denn wie sagte schon Walter Ulbricht – Gott hab ihn selig - kurz nach seinem Mauerspruch: „Niemand hat die Absicht, sich einen Arsch anzuschaffen, den er nicht am Scheißen halten kann.“