Die zensierte Republik

Maaslos gespiegelte Inquisition

 

Seit 1961 veröffentlicht der Spiegel eine Buch-Bestenliste. Sie stellt eine Rangliste über die meistverkauften Bücher auf dem deutschsprachigen Markt dar. Die Liste wird auf der Basis der Buchkäufe im deutschen Buchhandel ermittelt.

 

Und so landete „Finis Germania“ von Rolf Peter Sieferle auf Platz sechs der Spiegel Liste, bis es auf wundersame Weise von der Liste entfernt wurde. Gutmenschliche Gesinnungsterroristen haben das Buch als gefährlich rechtsradikales Gedankengut verunglimpft, wobei interessant wäre zu wissen, wer das Buch wirklich gelesen oder verstanden hat. Aber darum geht es nicht. Das Buch ist von guten Menschen, gebührenfinanzierten öffentlich rechtlichen Medien und der gleich geschalteten Leidpresse als „rechts“ eingestuft worden, und sie überschlagen sich im Verteufeln des Buches. Bei so viel Hetze stellt sich die Frage nach dem Buch und seinem Autor.

 

Der Autor

 

Rolf Peter Sieferle studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Soziologie an den Universitäten Heidelberg und Konstanz und war zeitweise Vorstand des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS), dem man sicher keine rechtsradikalen Umtriebe nachsagen kann.

 

1977 promovierte er an der Philosophischen Fakultät der Universität Konstanz mit einer Dissertation über den Revolutionsbegriff in der Theorie von Karl Marx zum Dr. phil.

1980 wurde er Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Umwelt, Gesellschaft, Energie an der Universität-Gesamthochschule Essen. Bis 1984 war er dort am von Klaus Michael Meyer-Abich und Bertram Schefold geleiteten und im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung und Technologie durchgeführten Forschungsprojekts „Die Sozialverträglichkeit verschiedener Energiesysteme in der industriegesellschaftlichen Entwicklung“ beteiligt. Er wirkte auch an der vom Deutschen Bundestag eingesetzten Enquete-Kommission „Zukünftige Kernenergie-Politik“ mit.

 

1982 erschien sein Werk „Der unterirdische Wald. Energiekrise und industrielle Revolution.“ Das Werk gilt als Standardwerk für den Übergang vom Energieträger Holz auf die Steinkohle und die so mögliche Industrialisierung. Es wurde als „Pionierarbeit des energetischen Ansatzes in der Umweltgeschichte“ gepriesen und ins englische übersetzt.

 

1984 habilitierte Sieferle in Konstanz für das Fach Neuere Geschichte. Er veröffentlichte auch populärwissenschaftliche Beiträge in der Zeitschrift Bild der Wissenschaft. 1987 erschien im Auftrag des Verbandes der Chemischen Industrie „Wege aus der Krise? Alte und neue Muster der Technikkritik.“

Von 1988 bis 1993 war Sieferle Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 1989 erhielt er eine Privatdozentur an der Universität Mannheim, und wurde 1991 dort außerplanmäßiger Professor. Er hatte Gastprofessuren an der ETH in Zürich und in Wien inne.

 

In den folgenden Jahren befürwortete er im Umfeld einer Forschergruppe des Wiener Instituts für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (später Institut für Soziale Ökologie) „eine umfassende Quantifizierung der gesellschaftlichen Stoff- und Energieströme“ (MEFA-Ansatz

In seinem Buch „Epochenwechsel. Die Deutschen an der Schwelle zum 21. Jahrhundert“, welches 1994 erschien, diagnostizierte er zukünftige Problemlagen, neben krisenhaften Umweltproblemen auch das Zuwanderungsproblem, das die Krise des Sozialstaats weiter verschärfe.

 

Diese Vielzahl von Krisen lasse sich Sieferle zufolge nicht mehr mit den Mitteln des „humanitären Universalismus“, sondern nur noch partikularistisch lösen. Linke Ideologen kritisierten, dass sich das Buch von der „linken Aufklärungstradition“ entfernte und witterten Verrat.

 

1995 veröffentlichte er „fünf biographische Skizzen“ zu Paul Lensch, Werner Sombart, Oswald Spengler, Ernst Jünger und Hans Freyer, die er der sogenannten „Konservativen Revolution“ zurechnete. Das Buch wurde von bestimmter Seite kritisiert und Sieferle in die rechte Ecke bugsiert.

 

Ebenfalls 1995 übernahm er die Leitung des historischen Förderungsschwerpunkts der Stuttgarter Breuninger Stiftung. Entsprechende Aufsatzsammlungen (u. a. zum Thema „Kulturen der Gewalt“) wurden von Rolf Peter Sieferle und Helga Breuninger in den nun folgenden Jahren in deutscher und englischer Sprache herausgegeben. Im Auftrag der Stiftung verantwortete Sieferle von 2000 bis zu seinem Weggang in die Schweiz das „bislang einzige, größere deutschsprachige Forschungsprojekt“ zur Materie Europäischer Sonderweg (Reihe: „Der Europäische Sonderweg“). Vergleichende Arbeiten entstanden u.a. über die Landwirtschaft, Familienstrukturen und das internationale Transportwesen. 1997 erschien sein Buch „Rückblick auf die Natur: Eine Geschichte des Menschen und seiner Umwelt“.

 

Von 2000 bis 2004 war er ständiger Gastprofessor an der Universität St. Gallen, wo er 2005 ordentlicher Professor für Allgemeine Geschichte wurde. In dieser Zeit war Sieferle u. a. Mitherausgeber der Reihe Umwelthistorische Forschungen (Böhlau Verlag). 2010 legte er eine von drei externen Expertisen für das Hauptgutachten Welt im Wandel: Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen vor. 2012 erfolgte die Emeritierung. Sieferles Arbeitsschwerpunkte waren Struktur- und Ideengeschichte der Industrialisierung sowie Umwelt- und Universalgeschichte.

 

Sieferle war zuletzt an Krebs erkrankt und starb 2016 im Alter von 67 Jahren.

 

Das Buch

 

In seinem Buch „Finis Germania“ geht es um deutsche Vergangenheitsbewältigung. Nach dem Krieg sei Deutschland einen Sonderweg gegangen, durch den es sich fundamental vom Westen unterscheide. Im Gegensatz zu den USA, Großbritannien, Frankreich und anderen europäischen Ländern habe Deutschland keine „großbürgerlich-aristokratische Herrschaftskultur mehr“. Die bundesdeutsche Politikszene sei dadurch kleinkariert geprägt. Zentrales Merkmal der Deutschen sei ihr Sozialdemokratismus, der jegliche Differenzen für unerträglich halte. Der Abschnitt „Moralische Arithmetik“ behandelt das ethische Problem, ob eine große Schuld (Holocaust) gegen eine kleine (Gulag) aufgerechnet werden dürfe.

 

Der zweite Teil des Buches umfasst fünfzehn Kapitel (Historisierung des Relativismus, Intellektueller Vorlauf, Wissenschaft und Avantgarde, Politik und System, Politiker und Intellektuelle, Rationalisierung und Atomisierung, Wiederkehr des Gleichen, Tierliebe, Die sensualistische Strategie, Verschwinden des anthropomorphen Raums, Hinter dem Kosmos, Das Hühner-Volk, Altfränkische Moderne, Kunst und Charisma, Am Meer).

 

Im Kapitel „Das Hühner-Volk“ macht sich der Autor über die Deutschen lustig, die sich als Hühnerschar vor allem fürchtet, was wie ein Fuchs aussehen könnte. Der dritte Teil des Buches umfasst fünf Kapitel: Der ewige Nazi, Eine neue Staatsreligion, Sack und Asche erbeten, Aus Auschwitz lernen, Zur Logik des Antifaschismus.

Der vierte Teil des Buches umfasst ebenfalls fünf Kapitel: Ernst Jünger als Erzieher, Topik der Zivilisationskritik, Genie, Die große Verschwendung, Pathodizee.

 

Der deutsche Bildungstöffel: fundamentalistisch - intolerant - intellektuell überfordert

 

Mit so einem Buch sind natürlich die deutschen Bildungsbürger überfordert. Im Mittelalter hätte man Wissenschaftler wie Sieferle als Ketzer verbrannt, unter den Nazis hätte man seine Bücher verbrannt, vielleicht wäre er auch im KZ gelandet. In der DDR hätte er unter verschärfter Beobachtung der Genossen gestanden.

 

Heute beschränkt man sich auf manipulierte Bestseller-Listen – aber wie lange noch? Gute Menschen arbeiten an der Eliminierung alles vermeintlich rechten. Ein Blick in die 1000jährige Geschichte lässt Böses ahnen.

 

 

Wer nicht dummschwätzen möchte

und sich eine eigene Meinung bilden will:

 

Rolf Peter Sieferle: Finis Germania

Gebundene Ausgabe - 8,50 €

 

ISBN-10: 3944422503

ISBN-13: 978-3944422503

Größe und/oder Gewicht: 11,1 x 1,4 x 15,6 cm

Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen

(207 Kundenrezensionen)

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