Politiker-Reste-Rampe

 

Ähnlichkeiten mit lebenden Hominiden sind unerwünscht und werden bestritten

Und dann gibt es noch:

 

Die Elite-Reste-Rampe in Brüssel

 

 

 

Politiker, die vom Wähler abgewählt wurden, die ihren Parteifreunden peinlich wurden oder im Weg standen, landen auf der Resterampe als Zwischenstation auf dem Weg in die Rente oder in die Urne, z.B.

 

Jean-Claude Juncker: Nachdem ein Untersuchungsausschuss des luxemburgischen Parlaments feststellte, dass Juncker für die über Jahre andauernden zweifelhaften Praktiken des luxemburgischen Geheimdienstes SREL (sogenannte Bombenlegeraffäre) politisch verantwortlich war, kam es zu Neuwahlen. Damit war Junckers "Karriere" als Premierminister in Luxemburg beendet. Er landete in Brüssel, wo er Präsident der Europäischen Kommission wurde, und wo er in so manches Fettnäpfchen tappte: Brexit, CETA (keine Beteiligung der nationalen Parlamente an der Ratifizierung von CETA), Trump-Wahl ("keine Glanzstunde der amerikanischen Demokratie") u.v.a. Wer bei Google oder bei YouTube nach "Juncker und Alkoholproblem" sucht, wundert sich über nichts mehr.

 

Martin Schulz: Nach 8 Jahren Gymnasium ohne Abitur, Alkoholerfahrungen (heute angeblich abstinent), Buchverkäufer, Bürgermeister einer Kleinstadt wurde er von seinen Genossen nach Brüssel weggelobt, wo er 2012 Präsident des EU-Parlaments wurde. Als solcher stellte er fest (Zitat): "Wenn sich Menschen von einem Projekt, von einer Idee abwenden, dann geht das irgendwann seinem Ende entgegen." So verlässt er das sinkende Schiff, und die deutsche SPD ist angesichts der personellen Situation und den lausigen Umfragewerten verzweifelt genug, ihn von der Restrampe zurück zu holen.

 

Günther Öttinger: Nachdem er seinen Posten als Ministerpräsident von Baden-Württemberg niederlegte / niederlegen musste, wurde er vom Pastorenmädchen der Brüsseler Bürokratie untergejubelt. Dort profilierte er sich als Sprachgenie, während er politisch eine erbärmliche Figur darstellte. Viele seiner rednerischen Glanzleistungen und besonders seine herausragenden English-Sprachkenntnisse haben Kultstatus, wofür er auch ausgezeichnet wurde, z.B. 2006 als Sprachpanscher des Jahres. Sein Weltbild liegt ihm auf der Zunge, wo es bedauerlicher Weise nicht liegen bleibt:

 

"Ich bin in Englisch für das Gespräch sehr sicher“;

"Hans Filbinger war kein Nationalsozialist. Im Gegenteil: Er war ein Gegner des NS-Regimes";

"Bahnhöfe werden im Regelfall als Durchgangsbahnhof gebaut. Deswegen spricht viel, nein alles für Stuttgart als Durchgangsbahnhof hoch auf den Flughafen";

(über Chinesen) "„Schlitzohren und Schlitzaugen, die schwarze Schuhcreme im Haar tragen";

"Mir machen Länder Sorgen, die im Grunde genommen kaum regierbar sind: Bulgarien, Rumänien, Italien“;

"Das Blöde ist: es kommt kein Krieg mehr. Früher, bei der Rente oder der Staatsverschuldung haben Kriege Veränderungen gebracht";

"In my homeland Baden-Württemberg we are all sitting in one boat";

"Frei von der Leber, as we say in German".

 

Bleibt nur zu hoffen, dass wenigstens Öttingers Leber gesund ist!

 

Rebecca Harms: nach Abitur, Lehre als Baumschul- und Landschaftsgärtner, Bürgerinitiative und kleineren Politjobs wurde sie von den Grünen ins Europaparlament gestolpert, wo sie jahrelang unter der öffentlichen Merkschwelle ihre "Diäten" kassierte. Ihre Sternstunde kam, als sie beantragte, die Volksvertreter Europas sollen bitte beschließen, dass Gerhard Schröder die Klappe zu halten hat. Offensichtlich war es Harms unerträglich, wenn ein Politiker eine Meinung vertritt, die ihr nicht passt. Inzwischen hat sie ihren Fraktionsvorsitzposten bei den Grünen hingeschmissen / hinschmeissen müssen – wegen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Fraktion. Vielleicht hätte sie besser einen Antrag stellen sollen, Meinungsverschiedenheiten zu verbieten.

 

Daneben gibt es noch die vielen anderen, die still und heimlich im EU – Parlament verschwanden, obwohl sie sich noch immer wichtig halten und versuchen, Duftmarken zu hinterlassen. Wer kennt sie noch?

 

Böge, Reimer; Brok, Elmar; Buchner, Klaus; Bütikofer, Reinhard; Caspary, Daniel u.v.a.

 

Und dann gibt es noch Herbert Reul, der nach vier Jahren aufreibender Lehrertätigkeit es vorzog, Landtagsabgeordneter zu werden. Neun Jahre später wechselte er ins Europaparlament. Jetzt im Rentenalter bessert er seine karge Rente als Innenminister NRW auf. Als ehemaliger Lehrer ist er für die CDU gerade gut genug, unter anderem für die Sicherheit in NRW die Verantwortung zu tragen: eine Posse, ein Verzweiflungsakt eines laschet Ministerpräsidenten, oder ein Gekungel unter alten Seilschaften?