Die kranke Republik 2017

Die Qual der Wahl

Viele potentielle Wähler stehen bei jeder Wahl vor einem Problem, wo sie ihr Kreuz machen sollten. Ob die Parolen und Politiker, die an den Lampenmasten baumeln, dabei helfen, eine Entscheidung zu finden, kann bezweifelt werden. Genauso wenig dürfte die Wahlwerbung in den gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Medien helfen, die an Plattheit kaum zu überbieten ist. Sogar die Medien distanzieren sich von dem Unsinn, indem sie deutlich herausstellen, dass die Parteien für den Schwachsinn verantwortlich sind und sie (die Medien) gesetzlich verpflichtet sind, diesen Mist zu verbreiten.

 

Letztlich läuft es wieder einmal darauf hinaus, das kleinere Übel zu wählen. Aber was ist das kleinere Übel, wenn man sich entscheiden kann zwischen Gonorrhoe, Filzläusen, Fußpilz, Demenz und Diarrhö. Dabei bleibt es jedem überlassen, welche der im Bundestag vertretenen Parteien (CDU-SPD-CSU-Grüne-Linke) welchem der genannten Übel zugeordnet werden könnte.

 

Inzwischen gibt es nach dreißig Jahren mal wieder eine Alternative, damals vor 30 Jahren waren es die Grünen, heute ist es die AFD.

 

Die Grünen haben einst Farbe in den Bundestag gebracht und sie haben die Selbstzufriedenheit der etablierten Politiker gestört. Über den tieferen Sinn ihrer politischen Arbeit kann man sicher streiten. Wie keine andere Partei bewiesen sie, dass man in Deutschland ohne Berufsabschluß und mit etwas Klamauk höchste Staatsämter entern kann, z.B. Außenminister, Vizekanzler, Bundetagsvizepräsident, Minister etc. Ob man sie heute noch immer mit ihren Mätzchen und weltfremden Vorstellungen, die von keinem naturwissenschaftlichen Verständnis getrübt sind, ernst nehmen kann, sei dahin gestellt.

 

Heute gibt es mit der AFD eine neue Alternative.

  • Wie damals bei den Grünen kann man ihre Positionen kritisch beobachten.
  • Wie damals bei den Grünen gibt es bei der AFD auch Wirrköpfe und Exoten.
  • Wie damals bei den Grünen gibt es eine ähnliche Hetze von der Politikkonkurrenz und den vereinigten Medien (nur heute hetzen die Grünen als Etablierte mit).

 

Schließlich geht es um Pöstchen, um Diäten und darum, dass die Neuen im Bundestag die selbstzufriedene Dekadenz der Eingesessenen nebst ihren geschmierten Netzwerken stören. Und wie heute die Grünen können sie in dreißig Jahren wieder in der Versenkung verschwinden, wenn sie genauso herum kaspern.

 

Was spricht gegen die neue Alternative?

  • Die Angst vor etwas Neuem? "Mein Opa hat schon die Pest gewählt, mein Vater auch, der Pastor predigt das, warum soll ich mich ändern?"
  • Persönliches paradoxes Beharrungsvermögen? "Die Politik soll sich ändern, aber ohne sich zu ändern."
  • Der masochistische Wunsch, lieber doch eine Gonorrhoe oder einen lästigen Fußpilz einzufangen?
  • Die Freude am Fliegen: heute am Abgrund, morgen einen Schritt weiter?

 

Vielleicht muss sich erst der Bierpreis verzehnfachen, damit sich in Deutschland etwas verändert. Oder reicht es schon, wenn die Kinder oder Enkel verpflichtet werden, in die Koranschule zu gehen?

 

Phrasendrescher

 

Beim berüchtigten Fernsehduell der beiden "Spitzen"kandidaten schlug M. Schulz, Ex-Präsident des Europaparlaments und Ex-Bürgermeister von Würselen gnadenlos zu. Fairerweise muss man ihm zugestehen, dass er in seiner präsidialen Phase in Brüssel mit wichtigerem beschäftigt war als mit der deutschen Politik. So flossen aus ihm Sätze heraus wie:

 

"Bei 3500 Euro, verheiratet, werden wir deutlich entlasten, indem der Spitzensteuersatz deutlich später erhoben wird und der Steuersatz absinkt... ich würde mal sagen, Nettoeinkommen, wenn die Kita-Gebühren um die 150 bis 180 Euro liegen, die fallen weg, und der Steuersatz, den wir erheben, angewendet wird, und die Parität bei der Krankenversicherung, also jetzt nicht mehr den Zusatzbeitrag, den die Arbeitnehmer alleine zahlen, zahlen müssen, im Monat inklusive der Kita zwischen 200 und 250 Euro weniger Belastung.“

 

Nachdem er an dem Satz noch nicht erstickt war, startete er noch einen zweiten Versuch:

 

„Kommt übrigens noch eins dazu: Der Kinderbonus. Bei uns wird jede Familie, die Kinder hat, für jedes Elternteil 150 Euro, das heißt, bei zwei Kindern sind es 300 Euro, für jedes Kind, zwei Eltern, mal 150 sind 600 Euro pro Jahr von der tatsächlichen Steuerlast abgezogen. Und dann komme ich auf die Summe: Zwischen 200 und 250 Euro.“

 

Der erstaunte Wähler, sofern er bis dahin noch nicht vor dem Fernseher eingeschlafen oder ins Koma gefallen war, muss nicht an seiner Intelligenz zweifeln. M. Schulz hat es sicher auch nicht verstanden.

 

Ob A. Merkel deshalb in dem sogenannten und von den Medien penibel inszenierten "Duell" mit ihren auswendig gelernten und abgedroschenen leeren Worthülsen besser war, wie die Journaille jubelte, kann bezweifelt werden.

 

Der Wähler, sofern er noch nicht bewusstlos oder willenlos gelabert worden ist, wird seine Konsequenzen ziehen.

 

Wie sagte Claus Peymann (künstlerischer Direktor des Berliner Ensembles) treffend: "Darf wirklich jeder Nasenpopel Politiker werden, wenn er nur lang genug Kassierer in der Provinz gewesen ist?"

 

 

 

10. SED Parteitag 1981

Wahlkampf 2017

 

Deutsche

Deppen

Republik

 

 

 

 

und der nächste Wahlkampf

wird beweisen

 

es ist nichts so platt,

dass es nicht noch platter werden kann

 

Kontaktformular